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POISONOUS METAL

POISONOUS METAL

ALARMIERENDE METHYLQUECKSILBER-WERTE IN FISCH – STUDIE FINDET STARK BELASTETES HAIFLEISCH AUF DEM EUROPÄISCHEN MARKT

15. Oktober 2025, Deutschland und SchweizDie gemeinnützigen Meeresschutzorganisationen ElasmOcean und Stop Finning Deutschland haben 51 Proben Haifischfleisch auf Methylquecksilber untersucht. Die Gallifrey Foundation steuerte Proben aus der Schweiz bei.
Fastzwei Drittel der Proben wiesen hohe bis alarmierende Werte auf, einige überschritten sogar das Vierfache der zulässigen Grenzwerte. Dies stellt eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern dar. Methylquecksilber wird von der Weltgesundheitsorganisation als eines der giftigsten Neurotoxine eingestuft.

Ein deutsches, ISO-zertifiziertes Labor (Anmerkung: Das Labor hat um Anonymität gebeten.) analysierte 44 Proben Blauhai (Carcharhinus glaucus, ehemals Prionace glauca) sowie sieben Proben Hundshai (Galeorhinus galeus), die in verschiedenen Supermärkten und Restaurants in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien erworben wurden. Die gefundenen Methylquecksilberwerte lagen zwischen 0,22 mg/kg und 4,40 mg/kg. Zwölf Proben wurden als sehr besorgniserregend eingestuft (0,72 mg/kg bis 0,92 mg/kg) und 17 Proben wiesen alarmierende Werte auf (1 mg/kg bis 4,40 mg/kg). Damit wurden die von der WHO und der EU festgelegten Höchstwerte für Haifischarten (1 mg/kg) teils deutlich überschritten.

„Wir haben für diese Studie Proben von Blau- und Hundshaien analysiert, da diese weltweit wegen ihrer Flossen und ihres Fleisches gefangen werden. Während die Flossen vor allem in Asien als Delikatesse gelten, wird das Fleisch in vielen Ländern, einschließlich Europa, verzehrt. Dies gilt insbesondere für Blauhaie, die aufgrund ihrer langen Wanderwege und weiten Verbreitung die am stärksten befischten Haie der Welt sind. Als langlebige Prädatoren reichern sie Methylquecksilber in ihrem Körper an“, erklärt Friederike Kremer-Obrock, Vorsitzende von ElasmOcean.

Methylquecksilber ist kein gewöhnlicher Schadstoff. Wissenschaftler*innen beschreiben es in zahlreichen Studien als starkes, langlebiges Gift, das sich im Körper anreichert und das Nervensystem angreift. Die Auswirkungen können verheerend sein: Gedächtnisstörungen, Koordinationsverlust und bei den am stärksten Gefährdeten – sich entwickelnden Föten – irreversible Hirnschäden. Es kann sogar tödlich sein.

„Der von der WHO tolerierte Wert entspricht einem wöchentlichen Fischkonsum von 319 g für einen 70 Kg schweren Erwachsenen und 137 g für eine schwangere Frau. Der Verzehr von Haifleisch oder anderen mit Quecksilber belasteten Fischen, wie Thunfisch, ein- bis zweimal pro Woche, überschreitet diesen Wert bereits und kann somit schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Eine wichtige Frage lautet daher: Warum wird dieses Fleisch, obwohl bekannt ist, wie hochgiftig es ist, nicht strenger reguliert? Dies zeigt enorme Lücken im Verbraucherschutz auf. Die staatlichen Behörden müssen sich mit diesem Problem der öffentlichen Gesundheit befassen. Und warum nicht dem mutigen Schritt Österreichs folgen, alle Haiprodukte im Jahr 2024 zu verbieten?“, warnt Laurianne Trimoulla, Kommunikations- und Projektmanagerin der Gallifrey Foundation.

Methylquecksilber verbleibt mehrere Monate im menschlichen Körper. Das bedeutet, dass der Verzehr kontaminierter Lebensmittel zu einer zunehmenden Vergiftung führt. Eine drastische Reduzierung des Fischkonsums hat somit nicht nur positive Effekte auf die Ozeane, sondern ist entscheidend für die
Gesundheit.

270.000 Haie werden täglich getötet. Mit einem Fünftel des globalen Handels von Hai- und Rochenfleisch im Wert von geschätzt 2,2 Milliarden Euro ist die Europäische Union ein wichtiger Akteur. Spanien ist Europas größter Exporteur von Haifleisch. Vertreter der Fischereiindustrie suggerieren, dass Haifleisch gesund sei, doch diese Behauptung ist unwissenschaftlich und widerspricht den Empfehlungen von Studien sowie renommierter Institutionen wie der WHO.

„Der traditionelle europäische Nischenmarkt für Haifleisch ist viel zu klein. Er kann die großen Mengen nicht aufnehmen, die heute angelandet werden. Um diese loszuwerden, wird Haifleisch oft unter irreführenden Namen verkauft, sodass die Käufer*innen nicht wissen, was sie eigentlich essen – und damit unwissentlich ein gefährliches Nervengift zu sich nehmen. Methylquecksilber gelangt über Phytoplankton in die Nahrungskette und reichert sich mit jedem Glied weiter an – Haie als
Spitzenprädatoren stehen an der Spitze dieser Kette. Ihr Methylquecksilbergehalt überschreitet oft die von der EU festgelegten Grenzwerte. Letztendlich landet es auf unseren Tellern, denn wer weiß schon, was sich hinter den Namen „Huss” oder „Schillerlocke” verbirgt? Oder dass Hai oft in Fish & Chips zu finden ist?“, sagt Dr. Julian Münster, Meeresbiologe und stellvertretender Vorsitzender von Stop Finning Deutschland.

Acción Océanos, ElasmOcean, Gallifrey Foundation, Shark Guardian, Stop Finning Deutschland, Sustainable Ocean Alliance Spain stellten die 51 analysierten Proben zur Verfügung. Die Fanggebiete, aus denen die Proben stammen, umfassen die Azoren, den Golf von Biskaya, den Nordatlantik, den Zentralatlantik und den Ostatlantik.

Der Bericht wird als Open Source auf den jeweiligen Websites der Organisationen zur Verfügung gestellt.